Kaum ein Thema sorgt in Lehrerzimmern für so unterschiedliche Meinungen wie Fidget Toys. Die einen sehen darin nur ein weiteres Spielzeug, das vom Unterricht ablenkt. Die anderen erleben, wie unruhige Kinder plötzlich besser zuhören können. Wie so oft liegt die Wahrheit in der Mitte – und hängt davon ab, wie die kleinen Helfer eingesetzt werden.
Was sind Fidget Toys überhaupt?
Fidget Toys sind kleine Gegenstände, die man in der Hand drehen, kneten, ziehen oder drücken kann: Knautschbälle, Tangles, Magnetspielzeug, Pop-its und vieles mehr. Ihr Zweck ist es, dem Bewegungsdrang ein leises Ventil zu geben, ohne dass das Kind aufstehen oder herumlaufen muss.
Warum sie helfen können
Viele Kinder haben einen starken Bewegungsdrang. Müssen sie lange still sitzen, wandert ein großer Teil ihrer Aufmerksamkeit in den Versuch, sich nicht zu bewegen. Oft passiert es, dass dem Drang ganz unterbewusst nachgegeben wird, indem am Stift oder an den Fingernägeln gekaut wird. Ein Fidget Toy stellt eine gute Alternative dar. Darf sich nämlich die Hand leise beschäftigen, ist der Kopf wieder freier für den Unterricht. Gerade beim Zuhören, beim Nachdenken oder beim Vorlesen anderer Kinder erleben das viele Kinder - und somit auch die Lehrkräfte - als echte Entlastung.
Wann sie ablenken
Ein Fidget Toy wird dann problematisch, wenn es selbst zur Hauptattraktion wird: wenn es geworfen oder etwas damit konstruiert wird, laute Geräusche macht oder die Augen statt der Hände beschäftigt. Ein Fidget Toy muss "sinnlos" sein. Psychologe Moritz Daum von der Universität Zürich, dessen Forschungsschwerpunkt auf der kognitiven Entwicklung im Kindesalter liegt, erklärt die Bedeutung der Sinnlosigkeit von Fidget Toys so: "Ich muss in keiner Weise Konzentration aufwenden, um sie zu benutzen. Sobald ich anfange, [sie] zu balancieren, muss ich Körper und Spielzeug koordinieren und kognitive Ressourcen darauf verwenden." Kurz und knapp: Sie lenken ab.
Fünf Regeln, die sich bewährt haben
- Die Hände sind aktiv, die Augen bleiben beim Wesentlichen: Das Toy wird benutzt, ohne hinzuschauen.
- Leise ist Pflicht: Was klickt, quietscht oder knallt, bleibt in der Kiste.
- Es bleibt am Platz: Kein Werfen, kein Tauschen während der Arbeitsphase.
- Hilfsmittel, kein Spielzeug: Wer merkt, dass er nur noch spielt, legt es zur Seite.
- Gemeinsam vereinbaren: Regeln, die die Klasse mitbestimmt, werden besser eingehalten.
Welches Toy passt zu wem?
Nicht jedes Kind braucht dasselbe. Wer gern drückt und knetet, ist mit einem Anti-Stress Würfel oder Morph-Knautschball gut bedient. Wer mehr Bewegung in den einzelnen Fingern braucht, greift lieber zum Tangle oder zur Powerschnur. Für wen die Sensorik auch eine wichtige Rolle spielt, probiert am besten die FidgNetics mit ihren sechs unterschiedlichen Oberflächenstrukturen aus.
Unser Fazit
Fidget Toys sind kein Wundermittel, aber für viele Kinder ein hilfreiches Werkzeug. Mit klaren Regeln und einem kleinen, gut ausgewählten Sortiment werden sie im Unterricht zur Unterstützung statt zur Ablenkung.
Unsere Lieblinge für Klassenzimmer, Praxis und Schreibtisch findest du in der Kollektion Fidget-Toys.