Der Ranzen fliegt in die Ecke, das Heft ist plötzlich unauffindbar und nach fünf Minuten kommt das erste Mal die Frage, ob man jetzt endlich spielen darf. Hausaufgaben sind in vielen Familien ein tägliches Streitthema. Die gute Nachricht: Oft helfen schon kleine Veränderungen, damit es entspannter läuft.
1. erst bewegen, dann sitzen
Nach einem langen Schultag ist der Kopf voll und der Körper hat Nachholbedarf in Sachen Bewegung. Statt direkt vom Mittagessen an den Schreibtisch zu wechseln, hilft eine kurze Bewegungsphase: eine Runde um den Block, ein paar Ballwürfe im Garten oder fünf Minuten hüpfen im Kinderzimmer. Danach fällt das Sitzen leichter.
2. passende Struktur finden
Routinen können Diskussionen den Wind aus den Segeln nehmen. Für manche Kinder kann es von Vorteil sein, wenn Hausaufgaben immer um die gleiche Zeit am gleichen Platz stattfinden. Aber es ist auch nicht jeder Tag gleich. Manche Kinder lernen außerdem effektiver gleich nach der Schule, andere lieber erst später. Nehmt euch ein paar Wochen Zeit, gemeinsam herauszufinden, wann, wo und wie das Lernen am besten klappt. Auch wenn es den Eltern lieber wäre, wenn die Hausaufgaben so schnell wie möglich gemacht werden, ist es manchmal vielleicht doch sinnvoller, erst ein wenig später anzufangen. Die Hausaufgaben müssen übrigens nicht unbedingt am Tisch gemacht werden, auch der Boden oder die Treppe sind möglich. Der Platz sollte aber möglichst frei von Ablenkung sein – das Handy bleibt in einem anderen Raum.
3. große Aufgaben in kleine Häppchen teilen
Ein ganzer Berg an Aufgaben wirkt schnell entmutigend. Besser: gemeinsam einen Überblick verschaffen und dann in kleinen Schritten arbeiten. Dafür ist unser kleines Drachenei mit Post its sehr beliebt: Hausaufgaben in kleine Häppchen aufteilen, jeweils auf ein Post it schreiben lassen, in das Ei packen und dann nach und nach einen Streifen ziehen lassen. Sorgt auf jeden Fall für eine gehörige Portion Motivation. Eine Sanduhr kann dabei helfen, überschaubare Arbeitsphasen sichtbar zu machen – zum Beispiel 15 Minuten arbeiten, dann 5 Minuten Pause.
4. Pausen mit Bewegung füllen
In den Pausen nicht zum Tablet greifen, sondern sich kurz bewegen: ein Ballübung, Fitnesseinheit oder eine Balanceübung. Unser PausenPowerPlan oder unsere brandneue Klick&Move Reihe unterstützt euch dabei sehr gerne. Schon 5 Minuten Bewegung bringen neue Energie, ohne dass das Kind gedanklich ganz aus der Aufgabe herausfällt.
5. Gedanken einen Raum geben
Manchmal kreisen die Gedanken um ganz andere Dinge – die Verabredung am Nachmittag, den Streit mit der besten Freundin. Hilfreich ist dafür ein „Gedankenparkplatz“: Das Kind schreibt kurz auf einen Zettel, was es gerade beschäftigt, und klebt ihn an die Seite. Der Gedanke ist nicht vergessen, aber erst einmal geparkt. So kann entspannt weitergearbeitet werden, ohne den Blick auf das Wesentliche zu verlieren. Genau dafür haben wir unsere Gedankenparkplatz-Haftnotizen entwickelt.
6. unruhige Hände beschäftigen
Manche Kinder können besser zuhören und nachdenken, wenn ihre Hände etwas zu tun haben. Ein Knautschball oder ein Tangle ist dann kein Spielzeug, sondern ein Hilfsmittel. Wichtig sind dabei klare Absprachen. Lies dazu gerne unseren Blogbeitrag: Fidget Toys im Unterricht: Ablenkung oder Hilfe?
Und wenn es trotzdem mal kracht?
Dann ist das völlig normal. Kein Nachmittag ist perfekt, und Hausaufgaben müssen nicht immer reibungslos laufen. Wichtiger als jede Methode ist, dass Kinder spüren: Wir sind auf und an ihrer Seite. Manchmal hilft es auch, das Gespräch mit der Lehrkraft zu suchen, wenn die Hausaufgaben dauerhaft zu viel sind.
Materialien für entspanntere Nachmittage findest du in unserer Kollektion Zuhause.